Bilder für mein HeimatMuseum

 

 

Heimatbewusstsein und Heimatbegriffe sind keine Worte oder persönliche Festlegungen, die ich für alle Zeit besitze und auf die ich mich berufen kann, denn  alles muss stets erworben, gelebt, gefühlt und erarbeitet werden – es ist wie eine beweglich kreisende Dynamik, die sich nach hinten immer mehr verflüchtigt. 

 

Heimat ist vielleicht nicht ein fester Ort, sondern Gedanke, Auseinandersetzung, Gefühl, Widerspruch, Mittelpunkt, Anker, Dorn unter einem Fingernagel, Kastanie, die man beim Gehen in der Manteltasche reibt. 

Dabei braucht es einen Raum, damit sich mein Leben, durch den Anspruch des Vergangenen, ausbreiten kann.

 

Die Kunst verhilft allem zu einer erfahrbaren Unvergänglichkeit.

Alle Ungewissheiten des Möglichen sind in einem Möglichkeitsraum. Dieser ist etwas sehr Reiches, denn die Phantasie begnügt sich nicht nur auf inhaltliche Möglichkeitsentwürfe, sondern richtet sich auch an meine künstlerischen Formen.

 

Die Bilder für mein HeimatMuseum sind aus der Erinnerung gehoben – biografische Beschwörung der Kindheit und der Jugend - einer Vergangenheit, mit dem was ich ihr schulde, und einer Gegenwart, die ich annehme, und einer Zukunft, die ich gestaltend erleben möchte.

Die Bilder für mein HeimatMuseum sollen so begriffen werden, dass sie im steten Wett- und Widerstreit einer Haltung sind, von dem, was ich annehme und was ich weitergebe.

 

Heimat als beweglicher Ausgangspunkt. Heimat als Gedanke und Gefühl. Dies setze ich in Bilder um – Farben und Formen als Ausgangspunkt. Gedanken, Empfindungen, Gefühle als Verweilpunkt, um Bilder zu erschaffen.

Und das sind die Wälder meiner Kindheit und die Erlebnisse mit meinen Eltern und Großeltern und mit meinen Freunden. 

Und vor allem die Stille und die Einsamkeit.

Und vielleicht auch die Melancholie.

 

Mit den Bildern für mein HeimatMuseum beschäftige ich mich zeichnerisch, malerisch und druckgrafisch seit gut zwei Jahren. Was sich von Anfang an sehr sperrig, widerborstig und herausfordernd gezeigt hat, wird durch meine Tätigkeit als Fußballtrainer einer Herrenmannschaft, in der 70%  Flüchtlinge spielen, noch verstärkt. Die Widersprüche werden manchmal größer, aber die Empfindungen auch tiefer – manches Verschwommene klarer und manch Halt nebliger. 

 

Lübeck, März 2018

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